Wie kann man die antragstellende Person trotz eines Kontaktverbots erreichen?

Das Kontaktverbot gilt grundsätzlich nicht, wenn man mit dem Kontakt ein berechtigtes Interesse wahrnimmt. Dies kann gegeben sein, wenn der Verletzte bspw. noch Eigentum des angeblichen Täters besitzt, wenn es um Sorgerecht oder Scheidung geht, wenn man ein Schmerzensgeld zahlen oder sich entschuldigen will o.ä.

Allerdings besteht die Gefahr, dass die kontaktierte Person hierfür kein Verständnis hat und das als Verstoß gegen das Schutzgebot versteht. Dann können erhebliche Folgen drohen (siehe sogleich). Diese Gefahr trägt dann der vermeintliche Täter.

Daher empfiehlt es sich, derartige Kontaktaufnahmen nur über den Anwalt vorzunehmen. Dieser kann dann entweder den Anwalt der Gegenseite anschreiben oder auch im Rahmen des gerichtlichen Verfahrens anzuregen, dass bestimmte Übereinkünfte erzielt werden. Problematisch ist es aber auch hier, wenn der Anwalt persönliche Briefe o.ä. übermittelt – denn der direkte Kontakt soll ja über alle Kommunikationsmittel unterbunden werden.